Initiative wird nicht zurückgezogen

Das Initiativkomitee sichere Velorouten hat mit grosser Freude davon Kenntnis genommen, dass der
Grosse Rat einen substanziell verbesserten Gegenvorschlag zur Umsetzung der «Volksinitiative si-
chere Velorouten» mit 72:24 Stimmen verabschiedet hat. Nun soll ein durchgehendes, sicheres, attrak-
tives und angemessen dichtes Velowegnetz mit Velovorzugsrouten sowie Haupt- und Nebenrouten
gesetzlich verankert werden.

Auch die Finanzierung und die gesetzlichen Fristen lassen uns hoffen, dass es nun endlich vorwärts
geht mit der Entflechtung vom Autoverkehr aller im Teilrichtplan Velo verankerter Velorouten. Unser
Ziel sind angemessen breite, sichere Velostreifen oder Velowege im ganzen Kanton, mit Anschlusslö-
sungen an die Nachbargemeinden. Das Initiativkomitee hat mit klarer Mehrheit entschieden, die Volks-
initiative nicht zurückzuziehen. Massgeblich waren folgende Gründe:

Basel braucht ein durchgängig sicheres Velowegnetz
Schon seit Jahrzehnten gibt es in Basel-Stadt Velorouten gemäss Velorichtplan. Bewegt man sich auf
diesen Strassen, merkt man oft nichts davon. Auf vielen offiziellen Velorouten bestehen Gefahrenstel-
len durch parkierte Autos. Die offiziellen Velo-Verbindungen sind lückenhaft und nicht ausreichend si-
cher. Auf vielen Kreuzungen mit Gefahrenstellen fehlen noch immer Velomassnahmen. Kurz: von ei-
nem durchgehenden und sicheren Velowegnetz kann bisher keine Rede sein.

Bei der Planung wird die Sicherheit der Velofahrenden oft unzureichend berücksichtigt. Ein Plebiszit
mittels Volksabstimmung soll ein Zeichen setzen, damit die Umsetzung des Velowegnetzes endlich
konsequent verfolgt wird.


Die Sicherheit der Velofahrenden ist noch immer nicht genügend gegeben: Zwar nimmt die Gesamtzahl
der gemeldeten Velounfälle (inkl. Leichtverletzte) etwas ab. Für die Zahl der tödlich Verletzten und
schwer Verletzten ist ein Rückgang aber nicht zu beobachten:

  • Die Zahl der schwer Verletzten ist seit 2011 gestiegen und nicht gesunken (siehe Abbildung).
  • Die Zahl der tödlich Verletzten im Verkehr verbleibt auf einem hohen Niveau. 2011-2023 wurden
    32 Personen auf dem Velo (17) oder zu Fuss (15) im Strassenverkehr tödlich verletzt, pro Jahr
    gab es also fast 3 Tote.
  • 86 % aller tödlichen Unfälle in Basel-Stadt ereigneten sich im Aktivverkehr (zu Fuss oder Velo).

Quelle: Unfallstatistik der Basler Verkehrspolizei:


Zunahme des Veloverkehrs ruft nach verbesserter Infrastruktur
Die erfreuliche Zunahme des Veloverkehrs in Basel-Stadt (+ 65 Prozent seit 2010) hat Autostaus nach-
weislich reduziert und dient damit allen Verkehrsteilnehmenden. Noch immer getrauen sich aber zu
viele Menschen nicht aufs Velo, weil sie die Sicherheit als ungenügend empfinden. Dies will die «Volks-
initiative sichere Velorouten» und auch der Gegenvorschlag mit konkreten Massnahmen ändern. Dar-
über soll die Bevölkerung entscheiden können.


Qualität entscheidend
Die Mindestbreiten für Velostreifen und Velovorzugsrouten (2,4 m pro Fahrtrichtung für Vorzugsrouten)
sind entscheidend, um eine sichere Infrastruktur zu schaffen, auf der sich Velofahrende sicher fühlen.
Velorouten sind deshalb klar zu markieren und einzuhalten, wo der Strassenraum dafür vorhanden ist.
Um die Sicherheit weiter zu verbessern, müssen fürs Velo priorisierte Verkehrsflächen baulich oder
farblich in der Fläche erkennbar und vom Autoverkehr getrennt sein.

Velofahrende sollen sich von 8 bis 80 sicher fortbewegen können. Das ASTRA hat Empfehlungen
publiziert wie Velonetze zu gestalten sind.


Rückfragen
Rudolf Rechsteiner, Präsident Initiativkomitee sichere Velorouten
079 785 71 82

P.S. Ausführliche Dokumentation zum Thema finden Sie auf sichere-velorouten.ch.